Underground Sun Storage - Start

Kurzbeschreibung

Underground Sun Storage – Wind- und Sonnenenergie unterirdisch speichern

Sonnenenergie gewinnen, speichern und bereitstellen: Diese zukunftsweisende Form der Energieproduktion und -speicherung testet die RAG derzeit in einem einzigartigen Forschungsprojekt.

An einer kleinen, ausgeförderten Gaslagerstätte in Oberösterreich wird gegenwärtig die Speicherung von in Wasserstoff umgewandelter Sonnenenergie erprobt. Denn nur erneuerbare Energie, die dank Speicherung nicht verloren geht, kann im gleichen Ausmaß herkömmliche Energieträger ersetzen – die Gasspeicher der RAG bieten die notwendige Infrastruktur dafür. Das Projekt wird vom österreichischen Klima- und Energiefonds gefördert.

Projektbeschreibung

Erneuerbare Energiequellen sind in den meisten Fällen nur eingeschränkt steuerbar. Weder Wind noch Sonne richten sich nach dem aktuellen Energieverbrauch. Stromnetze können Energie allerdings nicht speichern und so sind die Netzbetreiber gezwungen, die Erzeugung an die Nachfrage exakt anzupassen. Ist es möglich große Mengen Strom zu speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen, führt dies zu einer Entkoppelung von Erzeugung und Verbrauch. Daher müssen in einer erneuerbaren Welt massive Energiespeicher zur Verfügung stehen. In der Natur hat die Evolution hauptsächlich Kohlen- und Wasserstoff als Energieträger und Speichermöglichkeit entwickelt. Diese Prozesse haben wir uns zum Vorbild genommen und in der „Power to Gas“-Technologie umgesetzt. Überschüsse aus der Produktion erneuerbarer Energie werden durch Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und sind dadurch im Erdgassystem speicherbar. In zahlreichen Untersuchungen wird und wurde die Wasserstofftoleranz der Erdgasinfrastruktur untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass ein Wasserstoffanteil von bis zu 10% mit der vorhandenen Infrastruktur gut verträglich scheint. 

Die Untersuchung der Wasserstoffverträglichkeit der Untergrundgasspeicher ist dabei noch ausständig und daher Hauptgegenstand dieses Leitprojektes. Gelingt ein positiver Nachweis, könnten die Gasspeicher mit ihren enormen Speichervolumina (mehr als 8 Mrd. m³ entsprechend 92.000 GWh in Österreich) im Energiesystem der Zukunft neu positioniert werden und als Ausgleichsspeicher für erneuerbare Energien dienen. Im Zuge des Leitprojekts wird der Nachweis für die Verträglichkeit von Wasserstoffgehalten bis 10 % angestrebt, sodass die Speicher künftig nicht den limitierenden Faktor im Gesamtsystem darstellen.

Zur Erreichung dieser Ziele wurden Laborversuche, Simulationen und ein In-situ Versuch im industriellen Maßstab an einer existierenden Lagerstätte, deren Eigenschaften mit den großen erschlossenen Speicherreservoirs in Österreich vergleichbar sind, durchgeführt. Diese Untersuchungen werden durch eine Risikobewertung, ein Life Cycle Assessment, sowie eine Analyse der rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen begleitet. Durch den Abgleich der Ergebnisse aus Labor, Simulationen und In-situ Versuch können die im Rahmen dieses Projektes (weiter-)entwickelten Simulationstools kalibriert werden. Damit wird angestrebt, ähnliche Fragestellungen für viele andere Speicherstrukturen weltweit untersuchen zu können.

Erst die Lösung der Speicherfrage für erneuerbare Energien ermöglicht die Erreichung eines größtmöglichen Anteils am Energiemix und führt dadurch zu einer substanziellen Reduktion des CO2 Ausstoß. Die angestrebten Ergebnisse sind daher von herausragender Bedeutung für Unternehmen, politische Entscheidungsträger und Behörden zur strategischen Weiterentwicklung der künftigen Energiesysteme.

Infografik download (PDF)


Kontakt


Stephan Bauer

Leiter Power to Gas
Innovation und Entwicklung


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M +43 (0)664 811 9483
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